Die Menschen vertrauen uns

Seit Beginn der neuen Legislatur vollzieht sich in der Gemeinde ein Wandel: Die Bevölkerung beteiligt sich aktiv an Analysen zur IstSituation Situation und diskutiert offensiv über Zukunftsgestaltung. Als herausragendes Resultat einer neuen Gemeinsamkeit wertet Gemeindeammann Fredy Böni das mittlerweile fertige «Entwicklunglungsleitbild». Und er freut sich Ende 2007: «Operativ wie strategisch war es ein erfolgreiches Jahr.»

Die Menschen vertrauen uns

Der Chef im Gemeindehaus belässt es keinesfalls bei Allgemeinplätzen, wenn es zur Halbzeit der Legislatur um die Beurteilung der kommunalpolitischen Arbeit geht, und macht rasch deutlich, dass der Gemeinderat als Exekutive «solide Teamarbeit» leiste. Was ihn besonders freut: In diesem Jahr hätten alle 18 Geschäfte vor der Einwohnergemeinde bestanden. «Die Menschen vertrauen uns.» Dass verkehrspolitisch einiges gescheitert ist, stimmt den Gemeindeammann nicht gerade froh, doch akzeptiert er die im Referendum zutage getretene «haushohe Ablehnung» des Kreisels Wallstrasse/Landstrasse. Dass auch eine grosszügige Verkehrsberuhigung durch Tempo 30 keine Mehrheit fand, ist aktenkundig. Dem Naturell des seit zwei Jahren amtierenden Gemeindeammanns entspricht es, Niederlagen zu analysieren und wegzustecken, um dann den Kopf wieder freizubekommen. Die Waldbereisung mit über 600 Leuten haftet «beeindruckend» in seinem Gedächtnis. «Uns gelang es, starkes Interesse an Naturschutz, Gewässern, Wald und Archäologie zu wecken.» Diese Sektoren müssten wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden, verlangt Fredy Böni und fühlt sich durch Erkenntnisse aus der Zukunftskonferenz bestätigt: «Im Entwicklungsleitbild sind viele Ideen gebündelt.» Und er skizziert die Arbeitsschwerpunkte wie Raum zum Leben, für Natur, Landwirtschaft, Arbeiten, Kultur, Religion, Verkehrund Dienstleistungen. «Wir müssen uns um Verknüpfungen kümmern und die Zusammenhänge darstellen.»

Perspektiven für Möhlin

Das Entwicklungsleitbild liegt mittlerweile druckfertig vor und wird am Neujahrsempfang der Gemeinde vorgestellt. Den Slogan «Zwischen Sonnenberg und Rhein» betrachtet der Gemeindeammann als zukunftsträchtig, weil er darin neben einer «Klammerfunktion» auch Perspektiven für Möhlin sieht, das immerhin rund 4000 Arbeitsplätze bietet, einen Boom im Wohnungsbausektor verzeichnet und rasant auf die 9500-Einwohner-Marke zusteuert. Solch eine Situation erfordert neben der Erweiterung von Infrastrukturen auch Überlegungen, wie sich Arbeits- und Organisationsprozesse optimieren lassen. Zusammenarbeit ist denn auch das Credo von Fredy Böni: «Ich bin schon ein wenig stolz darauf, dass es innerhalb eines Jahres gelungen ist, die ZSO Unteres Fricktal zu schaffen.» Die jetzt verpflichteten Profis seien Garanten dafür, dass wirkungsvoll geholfen wird. Auf erfolgreichem Weg seien auch das Projekt «Arbeit statt Sozialhilfe» und die Installation des Jugendrats Möhlin.

Auf die «Problemstellungen» im 2008 freut sich Gemeindeammann Böni geradezu: «Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, dann ist es der Glaube an die eigene Kraft», gibt er zum Jahreswechsel sein Motto für das nächste Arbeitsjahr preis. Der gesprochene Kredit für die neuen Sportanlagen im Steinli-Storebode ermögliche ein neues Grossprojekt. Die Studien zur Stärkung des Alterszentrums Stadelbach seien im Gange, eine erste Bedarfsanalyse für die nächsten 15 Jahre gehe von rund 70 Bettenplätzen aus. Mit der Renovation des Gemeindehauses gebe es vor allem auch einen neuen Eingangsbereich mit Foyer-Charakter und dem Ziel, mehr Bürgernähe zu erreichen. Einen «Chratte voll Arbeit» erwartet Böni für sich und den Gemeinderat ferner durch die notwendige Totalrevision der Nutzungs- und Zonenplanung, durch intensivere Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden in Sektoren wie Feuerwehr, Abwasserverband oder Bauverwaltungen. «Es geht spannend weiter.»